Wolfenbüttel. Boris Pistorius sorgte am Dienstagabend für großen Andrang in der Lindenhalle in Wolfenbüttel. Über 500 Besucherinnen und Besucher waren zum Vortrag des Bundesministers der Verteidigung und der Diskussion im Rahmen der „Wolfenbütteler Begegnungen“ gekommen.
Boris Pistorius warb eindringlich für eine breiter Auseinandersetzung mit der neuen Sicherheitslage, in der sich Deutschland befände. Angesichts des Angriffskriegs Russland auf die Ukraine stehe unser Land vor großen Herausforderungen, die eigene Verteidigungsfähigkeit herzustellen. Bundestagsabgeordnete Dunja Kreiser, Initiatorin der Veranstaltung von der Herzog-August-Bibliothek, der Bundesakademie für Kulturelle Bildung, der Friedrich-Ebert-Stiftung Niedersachen und Wilhelm Schmidt, Bundestagsabgeordneter a.D. fasste zusammen: „Wir haben uns alle lange darauf verlassen in Frieden und Sicherheit in Europa zu leben, unsere Bundesverteidigung auf Sparflamme zu halten, günstiges Gas und Öl aus Russland zu beziehen. Aber die Situation hat sich gänzlich geändert.“
Der Bundesminister betonte in Gespräch mit Armin Maus, der die Veranstaltung moderierte, dass auch in der Vergangenheit, nur aus der Position der Stärke heraus Verhandlungen sinnvoll waren und der Frieden gesichert werden konnte. Und genau das war der Titel der Veranstaltung. „Den Frieden sichern“. Friedenssicherung sei bereits in Zeiten Willy Brandts und seiner Entspannungspolitik nur möglich gewesen, weil starke und einsatzbereite Kräfte den Boden dafür ebneten. Sein Ziel sei, dass eben keine Soldatin und kein Soldat je in den Einsatz zur Landesverteidigung müsse.
Besonderes Augenmerk legte der Bundeverteidigungsminister auf den neuen Wehrdienst und betonte, dass mit der Abschaffung der Wehrpflicht auch entscheidend wichtige Daten, Ausbildungskapazitäten und die entsprechende Infrastruktur verloren gegangen sei. Der neue Wehrdienst werde nun diesen eklatanten Mangel etappenweise beheben, die Strukturen müssen wieder aufgebaut werden.
Drei Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, direkt mit dem Bundesverteidigungsminister über Ihre Erfahrungen bei der Interessensbekundung für die Bundeswehr zu berichten. Alle drei befinden sich in Abschlussjahrgängen ihrer Schulen und könnten sich vorstellen, sich zu verpflichten.
Auch in der anschließenden Diskussion zeigte sich Boris Pistorius nahbar und doch eindeutig und klar und erntete viel Applaus für seinen engagierten, mitreißenden Vortrag in der Lessingstadt.
Nach dem offiziellen Teil der 3. Wolfenbütteler Begegnungen trug sich Boris Pistorius noch in das Goldene Buch der Stadt Wolfenbüttel ein.
Wer die Veranstaltung nicht miterleben konnte, kann sich die 3. Wolfenbütteler Begegnungen auf YouTube ansehen unter folgendem Link: https://www.youtube.com/watch?v=wPQzStKvcvw