Klassenprimus im Wasser-Nährstoff-Energiekreislauf

Bild: Büro Dunja Kreiser

SPD-Bundestagsabgeordnete besucht Abwasserverband Braunschweig.

„Das Motto meiner Sommertour durch den Wahlkreis lautet in diesem Jahr “Wasser. Und. Wir”. Umso mehr habe ich mich über die Einladung des Abwasserverbands Braunschweig zu einem Fachgespräch gefreut“, erklärte Dunja Kreiser. Die Abgeordnete ist wasserpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagfraktion und selbst von Beruf Abwassermeisterin.
Bei dem Gespräch am Donnerstag, den 19. September 2024 waren auch mit dabei Peter Edelmann, Stadt Braunschweig und Vorstandsvorsteher des Abwasserverbandes Braunschweig (AVB), Dr. Franziska Gromadecki, die Geschäftsführerin des AVB, Christian Lampe, der Geschäftsführer des Wasserverbandes Gifhorn, Ines Kielhorn, Samtgemeindebürgermeisterin von Papenteich, Timo Weichsler von der Stadt Braunschweig, Dr. Günter Olfe, Landwirt und stellvertretender Verbandsvorsteher, Klaus Borchers von der Landwirtschaftskammer, Theo Eggers, Landwirt, Frank Flake, Stadt Braunschweig, sowie Eric Augustin als Vertreter des Personalrats.
„Das durch den Abwasserverband Braunschweig entwickelte Modell ist einzigartig in Deutschland und hat Leuchtturmcharakter. Das Besondere ist, dass hier Abwasser aus der Stadt und Bioenergie vom Land zu einem effizienten Wasser-Nährstoff-Energiekreislauf zusammengeführt werden“, sagte die Bundestagsabgeordnete. „Gerade arbeite ich in Berlin an einer Weiterentwicklung der Wasserrahmenrichtlinie für einen sicheren Rechtsrahmen der bundesweiten Wasserwiederverwendung.“
Für den Wasser-Nährstoff-Energiekreislauf wird zunächst Abwasser der Stadt Braunschweig sowie aus einigen umliegenden Gemeinden des Wasserverbandes Gifhorn im Klärwerk Steinhof mechanisch und biologisch gereinigt.
Durch die Beregnung mit gereinigtem Abwasser erhalten die Pflanzen dann auf den landwirtschaftlichen Flächen der Verbandsmitglieder nicht nur das notwendige Wasser, sondern gleichzeitig wichtige Nährstoffe. So wird die Erzeugung von Nahrungsmitteln und Energiepflanzen gesichert. Die Produktion von Energiepflanzen ist die Basis für die CO2-neutrale Erzeugung von Biogas in der Biogasanlage des Braunschweiger Abwasserverbands, die dann Strom und Wärme für mehrere Tausend Braunschweiger Haushalte liefert.
Das gereinigte Abwasser, Klarwasser genannt, wird auf ca. 2700 Hektar Verbandsfläche verregnet. Das Verbandsgebiet liegt nördlich der Kläranlage, wobei das natürliche Gefälle des Terrains zum Wassertransport genutzt wird.
Gleichzeitig wird durch die kontinuierliche Berieselung und das dosierte zufügen von Klärschlamm auf den sonst eher trockenen und sandigen „Spargelböden“ auch das Anbauen von anspruchsvolleren Früchten wie Mais, Rüben, Raps und Getreide möglich. Zudem muss im Sommer auf weniger Grundwasser zurückgegriffen werden als in der Vergangenheit.
Einen Anteil der auf dem Verbandsgebiet angebauten Energiepflanzen nutzt die verbandseigene Biogasanlage in Hillerse zur CO2-neutralen Biogaserzeugung. Damit wird dann über eine 20 Kilometer lange Druck-Pipeline das Blockheizkraftwerk Ölper mit Gas versorgt. Das Heizwerk ist an
das Fernwärmenetz der Stadt Braunschweig angeschlossen. So können bis zu 7.000 Menschen von dort mit Strom und bis zu 1.500 Menschen mit Wärme versorgt wer.
Abschließend besichtigte die Besuchergruppe eines der Beregnungspumpwerke. Auf dem Weg dorthin hatten die Gäste Gelegenheit, während der gerade laufenden Maisernte, die praktizierte Beregnungstechnik anzuschauen.