Deutschlands erste klimaneutrale Härterei

v.l.n.r. Regina Belchner, Nicole Möllig, Tobias Bey, Muzaffer Perik, Markus Knieza, Dunja Kreiser, MdB Bild: Büro Dunja Kreiser

Bundestagsabgeordnete Dunja Kreiser besucht Unternehmenspreisträger der Region in Salzgitter.

SPD-Bundestagsabgeordnete Dunja Kreiser besuchte am 06. Mai 2024 die Löwenhärtere GmbH in Salzgitter. Begleitet wurde sie von der Ratsfrau Regina Blechner, dem stellv. Ortsbürgermeister und Ratsherrn Muzaffer Perik, dem Fraktionsvorstandsmitglied Tobias Bey sowie Nicole Möllig, der Leiterin der Volksbank BRAWO Direktion Salzgitter.

Mit aktuell 10 Angestellten gehört das Unternehmen personaltechnisch zu den kleineren Härtereien in Deutschland. Dank mehr als 50-jähriger Expertise im Bereich Wärmebehandlung und einem breiten Leistungsangebot sei die Löwenhärterei aber auch ein international sehr gefragtes Unternehmen, wie Geschäftsführer Marcus Knieza berichtet. „Unsere Produktionsanlagen ermöglichen die Bearbeitung von Kleinstteilen ebenso mühelos wie Schwergewichte von 8 Tonnen mit bis zu 17 Metern Länge. Wir sind spezialisiert auf über 130 verschiedene Wärmebehandlungsarten“, so Knieza. „Unsere Qualität schützt weltweit sogar die gehärteten Stahlträger der Oper in Sydney. In unseren modernen Anlagen werden gezielt Werkstücke erwärmt und abgekühlt, um die gewünschten Werkstoffeigenschaften zu erhalten.“ So lasse sich sowohl thermisch, chemisch-thermisch als auch mechanisch-thermisch auf Materialien einwirken, um spezielle Eigenschaften wie Oberflächenhärte, Temperatur Beständigkeit, Festigkeit oder Duktilität für individuelle Zwecke zu optimieren. „Als energieintensives Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von 2 Millionen Kilowattstunden ist der effiziente Umgang mit der Ressource Energie auch für die Löwenhärterei eine große Herausforderung. Zunehmende Anforderungen der Politik und nicht zuletzt der allgegenwärtige Fachkräftemangel schaffen zusätzlich Probleme, sich im internationalen Wettbewerb durchzusetzen“, ergänzt der Geschäftsführer.

„Der durchschnittliche Strompreis für kleine bis mittlere Industriebetriebe ist tatsächlich weiter deutlich gesunken und lag zum Jahresbeginn 2024 bei 17,65 ct/kWh. 28 Prozent weniger gegenüber dem Jahresmittel 2023. De facto müssen wir noch deutlich schneller werden mit dem Ausbau alternativer Energien, oder über Alternativen nachdenken, wie wir die Energiepreise beispielsweise durch Industriebrückenstrompreise für energieintensive Mittelstandsbetriebe auf einem wettbewerbsfähigen Stand halten“, betonte Dunja Kreiser mit Nachdruck.

„Im Rahmen der Fachkräfteeinwanderungsstrategie will die Bundesregierung durch zeitgemäße Ausbildung, gezielte Weiterbildung, Ausschöpfung von Arbeitspotentialen und eine moderne Einwanderungspolitik probate Lösungsstrategien zur Fachkräftesicherung schaffen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich alle Akteure des Arbeitsmarkts stellen müssen“, betont die Bundespolitikerin und fügt hinzu: „Dazu wird es alle Anstrengung der Betriebe, der Beschäftigten, Länder und Kommunen, Sozialpartner, Kammern, die Bundesagentur für Arbeit, Bildungs- und Weiterbildungsträger sowie die Bundesregierung benötigen!“

Sichtlich beeindruckt war die Besuchergruppe von der konsequenten Ausrichtung der Löwenhärterei hin zu einem klimaneutralen Unternehmen. Das Unternehmen setzt auf einfache Maßnahmen wie die Umstellung auf Ökostrom, Videokonferenzen statt Geschäftsreisen und Bahnreisen statt Inlandsflüge, um die CO2-Bilanz deutlich zu senken. „Sukzessiver Umstieg auf E-Mobilität im Unternehmen und Klimaschutzprojekte, die unvermeidbare Emissionen ausgleichen, nötigen mir viel Respekt ab. Mit derartigem Engagement verdient man zu Recht Unternehmerpreise und nur so wird uns die Transformation der Industrie gelingen“, resümierte die Bundestagsabgeordnete Dunja Kreiser im Nachgang.